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Corona-Krise: Starke Auswirkungen auf die Unternehmen aber noch geringe Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

 

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise ist es auch im Land Brandenburg zu einem starken Anstieg der Meldungen für konjunkturelle Kurzarbeit gekommen. Besonders hohe Zahlen sind in den Monaten März bis Mai zu verzeichnen. In den Monaten Juni bis September ist die Zahl der Meldungen wieder stark abgesunken. Im Oktober zeichnete sich wieder eine leichte Trendumkehr ab und im Kontext der aktuellen Schließungen sind die Meldungen im November wieder deutlich angestiegen. Im Dezember und Januar ist die Zahl der Anzeigen auf vergleichbar hohen Werten geblieben. Die Werte sind damit aktuell deutlich über dem Niveau für die Monate Juni bis September. Sie erreichen aber nicht die sehr großen Zahlen vom April 2020. Die aktuellen Schließungen haben klare Auswirkungen auf die Wirtschaft, diese sind aber wesentlich geringer als im ersten Lockdown im März/April 2020. Bezogen auf die Gesamtzahl der Betriebe haben im Land Brandenburg etwa 46 Prozent aller Betriebe Kurzarbeit im Laufe des Jahres 2020 angezeigt. Davon waren etwa 35 Prozent aller Beschäftigten betroffen. Im nationalen Vergleich mit Ost- und Westdeutschland ist die Wirtschaft im Land Brandenburg somit etwas weniger stark betroffen. 

 
 

Die angezeigte Kurzarbeit entspricht nicht zwingend der tatsächlich realisierten Kurzarbeit. Die Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen deutlich, dass selbst in der Hochphase des Corona-Krise im April und Mai 2020 für deutlich weniger Beschäftigte Kurzarbeitergeld gezahlt wurde, als es die Anzeigen zur Kurzarbeit vermuten ließen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Zahlen zu den Anzeigen für Kurzarbeit und der realisierten Kurzarbeit nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichbar sind. Die tatsächliche Realisierung der Kurzarbeit kann sich auf eine Anzeige aus einem vorigen Monat beziehen.  Während im Land Brandenburg in den Monaten März bis Mai Anzeigen zur Kurzarbeit für etwa 240.000 Personen abgegeben wurden, gab es real im Monat April ca. 112.000 und im Mai etwa 100.000 Kurzarbeiter. Die Zahl der realisierten Kurzarbeit hatte deutschlandweit im April ihre bisherigen Höhepunkt. Demnach waren im Land Brandenburg in der Hochphase der Krise etwa 13. Prozent der Beschäftigten von tatsächlicher Kurzarbeit betroffen. Die Auswirkungen der Krise waren damit schwächer als erwartet und schwächer als im Bundesdurchschnitt. Im Laufe der Sommermonate ist der Umfang der realisierten Kurzarbeit deutlich gesunken. Aufgrund der aktuellen Beschränkung ist aber damit zu rechnen, dass die Zahlen perspektivisch wieder ansteigen werden. 

 
 

Eine nähere Betrachtung der Anzeigen zur Kurzarbeit differenziert nach Branchen erlaubt einige Rückschlüsse darauf, welche Wirtschaftszweige von der Corona-Krise am stärksten betroffen sind. Aufgrund der Schließungen und Kontaktbeschränkungen zählen dazu der Gastronomie- und Hotelbereich sowie Dienstleistungen im Kultur- und Unterhaltungsbereich. Etwas überraschend und nicht durch Zwangsschließungen begründet ist der große Umfang angezeigter Kurzarbeit im Bereich der Rechts- und Steuerberatung sowie in einigen Industriebranchen.  

 
 
 

Parallel zum starken Anstieg der Kurzarbeit ist im Zuge der Corona-Krise auch die Arbeitslosigkeit im Land Brandenburg zwischen März und Mai 2020 angestiegen. In Relation zum Anstieg der Meldungen zur Kurzarbeit fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit jedoch nur sehr moderat aus. Das Instrument der Kurzarbeit hat vermutlich einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert. Seit August ist die Arbeitslosigkeit wieder gesunken und hat im November mit einer Arbeitslosenquote von 6 Prozent wieder das Vorkrisenniveau vom Januar erreicht. Vergleichbar zum Jahr 2019 ist die Arbeitslosigkeit im Dezember und Januar wieder leicht angestiegen. Inwiefern dieser Anstieg saisonal bedingt ist oder im Zusammenhang mit den aktuellen Einschränkungen steht, bleibt abzuwarten. Mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent ist das Ausmaß der Arbeitslosigkeit mit dem Januar 2019 vergleichbar. Vor dem Hintergrund der starken Einschränkungen des Wirtschaftslebens ist der Umfang der Arbeitslosigkeit aber weiterhin als gering zu bewerten. Die Zwangsschließungen zeigen sich noch nicht in stark steigenden Arbeitslosenzahlen.  

 
 

Während es zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahl gekommen ist, ist die Bestandszahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen zwischen März und Juli 2020 gesunken. Der Rückgang war jedoch nur vergleichsweise gering. Im weiteren Verlauf des Jahres 2020 ist Zahl der gemeldeten Stellen zwischen Juli und November weitgehend stabil geblieben. Im Dezember und Januar sind die Zahlen erneut gesunken. Trotz der rückläufigen Zahlen bietet der Arbeitsmarkt trotz der Corona-Krise mit etwa 19.600 gemeldeten Stellen immer noch viele Beschäftigungsmöglichkeiten.